Alt Chemnitz
Bilder aus dem alten Chemnitz
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Chemnitzer Kurzchronik bis ca. 1800
1100 BIS 1200 1200 BIS 1300 1300 BIS 1400
1400 BIS 1500 1500 BIS 1600 1600 BIS 17001700 BIS 1800
1100 bis 1200
ca. 1136 Stiftung des Benediktinerklosters St. Marien durch Kaiser Lothar III. Das Kloster wird von Pegauer Mönchen bezogen. Der Kaiser übereignet ihnen ein Gebiet im Umkreis von zwei Meilen.
1143 Urkundliche Bestätigung und Verleihung des Marktrechtes für das Kloster durch König Konrad III. In dieser Urkunde wird erstmals ein "locus Kameniz" erwähnt. Wahrscheinlich befand sich der Markt unterhalb des Kapellenberges.
nach 1170 Vermutliche Gründung der Stadt Chemnitz als Reichsstadt.
Ende des 12. Jahrhunderts Bau des Roten Turmes und des Hohen Turmes.
1200 bis 1300
etwa 1200 Ersterwähnung von Gablenz, Altchemnitz, Kappel, Altendorf und Stelzendorf sowie weiterer Ortschaften als Klosterdörfer.
1254 Urkundliche Ersterwähnung der Jakobikirche.
1264 Urkundliche Ersterwähnung der Johanniskirche und der Stadtmauer, deren Bau vermutlich im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts vollendet war.
1290/91 Urkundliche Bestätigung des Reichsstadtcharakters. Die Urkunde enthält erstmals einen Hinweis auf Richter und Räte und damit auf eine funktionierende Ratsverfassung.
1296 Aus diesem Jahr stammt die älteste Urkunde des Stadtarchivs. Darin wird erstmals ein Chemnitzer Bürger, Gottfried an der Mauer, namentlich genannt.
1298 Die städtische Verwaltung wird von Bürgermeister und Räten getragen.
1300 bis 1400
1308 Ausstellung eines Schutzbriefes des wettinischen Markgrafen für die Stadt.
1324 Huldigung der Stadt an den meißnischen Markgrafen. Ersterwähnung einer Badestube in Chemnitz.
1333 Großer Stadtbrand.
1334 Der Markgraf Friedrich bestätigt der Stadt das Meilenrecht. Erstmals erwähnt werden Bierbrauer, Schuster- und Schneiderwerkstätten.
um 1345 Auseinandersetzungen zwischen Rat und Bürgerschaft, die auch für 1393 und 1414 nachzuweisen sind.
1352 Erlass der ersten Geschoss-, Feuer- und Brandordnung.
1357 Einrichtung einer Landesbleiche in Chemnitz. Dieses markgräfliche Privileg wird von höchster Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, es gilt als die "Geburtsurkunde" der Chemnitzer Textilherstellung.
1375 Kauf von Burg und Herrschaft Rabenstein durch das Kloster.
1379/89/95 Große Stadtbrände.
1393 Die Stadt erhält das Salzprivileg. Markgraf Wilhelm verbindet damit die Auflage, einen Teil der Einnahmen für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand zu verwenden.
1399 Urkundliche Ersterwähnung eines Schulmeisters.
1400 bis 1500
1402 Zur Erweiterung des engen Stadtgebietes kauft der Rat vom Benediktinerkloster die Dörfer Borssendorf und Streitdorf sowie angrenzendes Gelände von Gablenz, Bernsdorf und Kappel. Damit vergrößert sich das Stadtgebiet auf das Dreifache.
1412 Markgraf Friedrich verleiht der Stadt zusätzlich zum Jakobimarkt (25. Juli) einen zweiten Jahrmarkt zu Allerheiligen (1. November).
1423 Kurfürst Friedrich verkauft der Stadt die hohe und niedere Gerichtsbarkeit und den Zoll. 1449 erhält die Stadt auch die Gerichtsbarkeit auf den zu ihr hinführenden Landstraßen.
1429 Ablösung der dem Kloster zu leistenden Abgaben und Dienste.
1466 Erwähnung des ersten Kupferhammers nördlich der Stadt.
1470/71 Errichtung der ersten Saigerhütte.
1477 Errichtung eines weiteren Kupferhammers an der Pforte durch Ulrich Schütz.
1485 Päpstliche Genehmigung für die Stiftung des Franziskanerklosters an der Pforte.
1486 Bau eines neuen Lateinschulgebäudes hinter der Jakobikirche unter dem Rektorat des Humanisten Paulus Niavis (Paul Schneevogel).
1496-1498 Errichtung eines steinernen Rathauses am Marktplatz und Vollendung des Turmes mit Uhr.
1498-1500 Errichtung eines dreistöckigen Gewandhauses.
1495-1521 Umbau der Benediktinerkirche in eine spätgotische Hallenkirche und Bau des Abtsgebäudes.
1500 bis 1600
1516 Geburt des Humanisten und Pädagogen Georgius Fabricius.
1524 Erhebung gegen den Rat und sogenannte Bierkrawalle in Chemnitz, in deren Ergebnis die politischen Rechte und die Selbständigkeit der Handwerkerinnungen durch den Rat eingeschränkt werden.
1531-1555 Dr. Georgius Agricola in Chemnitz: Der bedeutende Universalgelehrte und Begründer der Montanwissenschaften übernimmt 1546 auf Anordnung des Herzogs Moritz von Sachsen das Amt des Bürgermeisters, ebenso in den Jahren 1547, 1551 und 1553. In Chemnitz entsteht sein Hauptwerk "De re metallica libri XII".
1539 Beginn der Reformation in Chemnitz.
1546 Umwandlung des Benediktinerklosters in ein Schloss und des Klostergebietes in ein Amt.
1546/1547 Die Stadt wird in die Auseinandersetzungen des Schmalkaldischen Krieges einbezogen.
1555 Der Grimmaische Vertrag bestätigt das alte Recht der Bannmeile. Damit werden die Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Umland weitgehend beseitigt.
1562 Geburt des Musikers Philipp Deulich (Dulichius).
1600 bis 1700
1610 Chemnitz zählt ca. 5500 Einwohner.
1613 Pestjahr. 941 Einwohner fallen der Seuche zum Opfer.
1631 Großer Stadtbrand. 300 Häuser werden vernichtet.
1632 Chemnitz wird in den Dreißigjährigen Krieg einbezogen.
1644 Chemnitz wird kursächsische Garnisonsstadt.
nach 1648 Im Gefolge des Dreißigjährigen Krieges ist die Zahl der Einwohner auf etwa 3000 zurückgegangen. Die Kriegsschulden betragen 194.500 Taler. Ihre Tilgung dauert bis zum Jahre 1698. Von 448 Häusern in der Innenstadt sind 288 vernichtet.
1669 Änderung der Ratsordnung mit konkreten Festlegungen über das Ratskollegium, die Kämmerei, das Bauamt und das Geleit.
1680 Pestjahr. 132 Todesopfer werden gezählt.
1696 Errichtung einer kursächsischen Post von Leipzig nach Annaberg mit Station in Chemnitz.
1700 bis 1800
1700 Die Stadt beherbergt ca. 5000 Einwohner.
1706/1707 Während des Nordischen Krieges erhält Chemnitz eine dänische Besetzung, danach eine wechselnde Besetzung durch schwedische, russische und sächsische Truppen. Die Kontributionen betragen 44.000 Taler.
1708/1709 Neubau der Hospitalkirche St. Georg.
1729 Geburt des berühmten Sprach- und Altertumsforschers Christian Gottlob Heyne. Errichtung einer steinernen Brücke über die Gablenz in die Johannisvorstadt.
1731 Bestätigung der Statuten der Strumpfwirkerinnung.
1739 Bau der Militärhauptwache am Topfmarkt.
1746 Wiederaufbau des durch Blitzeinschlag zerstörten Hohen Turmes, der dadurch eine barocke Haube erhält.
1748 Geburt des Dirigenten, Organisten und Beethovenlehrers Christian Gottlob Neefe.
1756 Einweihung der Neuen Johanniskirche (später Paulikirche) auf dem Gelände des früheren Franziskanerklosters.
1756-1763 Chemnitz wird im Siebenjährigen Krieg von preußischen Truppen besetzt. Die Verluste der Stadt belaufen sich auf 1,12 Millionen Taler.
1770/1771 Beginn der manufakturmäßigen Kattundruckerei.
1771/1773 Hungersnot und Typhusepidemien fordern 2000 Todesopfer.
1791 Einführung der Straßenbeleuchtung mit 196 Laternen.
1799/1800 Errichtung der ersten mechanischen Baumwollspinnereien (1799 Gebrüder Bernhard in Harthau, 1800 Wöhler und Lange an der Stadtgrenze nach Furth). Damit begann in Chemnitz die Industrielle Revolution, die Stadt wurde zur "ersten Fabrik- und zweiten Handelsstadt" in Sachsen.
Bilder aus dem alten Chemnitz
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