Die Adelsberger Grotte ("Höhle von Postojna")

Die Adelsberger Grotte ist zwar nicht in Chemnitz - Adelsberg, sondern einige 100 Kilometer südlicher. Aber der Name macht doch neugierig. Ich selbst war 2005 das erste mal vor Ort. Postojnskaja Jama ist der slowenische Name für die Adelsberger Grotte.

SLOWENIEN: N45°46.85712´ E014°12.30453´
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Über 2 Millionen Jahre alt ist diese weltberühmte Höhle welche den Namen "Adelsberger Grotte" trägt, aber was heißt hier schon Höhle! Dieser Begriff ist einfach falsch, denn es handelt sich hier tatsächlich um ein überwältigendes Höhlensystem, das man selbst während eines längeren Besuchs dort unten nur zu einem Bruchteil kennen lernen kann.

Beeindruckend schon der Auftakt: Dicht gedrängt wie bei einer Kino-Weltpremiere stehen die Besucher am Eingang: Sie werden in Kürze zu einer ca. 5 km langen unterirdischen Bahnfahrt aufbrechen, bei der es in schneller Fahrt durch atemberaubende Höhlenhallen geht, bis man an seinem Ziel angekommen ist - hier kann wirklich keine Attraktion unserer Münchner Wies´n mithalten! Die Hinweise, sich nicht aus den Waggons zu lehnen oder während der Fahrt aufzustehen, sind nicht misszuverstehen: Allzu deutlich sind die symbolisierten Stalagtiten, die laut Darstellung am Kopf abbrechen könnten - aber wenn man sie gesehen hat, weiß man, was hier in diesem Fall wohl eher abbrechen wird ...

Man fährt in rasender Fahrt durch das unterirdische Labyrinth, "Aaahs" und "Ooohs" folgen bei vielen Anblicken, die sich in den nächsten Minuten in den vielfältigen Höhlenhallen bieten. Am Zielort nach gut 2 km Fahrt verfügt das Höhlensystem über drei Etagen, am Ende der Fahrt sammeln sich die Besucher in einer riesigen Halle unter Schildern wie "Deutsch", "Italienisch" oder "Englisch", die anzeigen, in welcher Sprache die Besuchergruppe hier informiert und geführt wird auf dem gut 1 km langen Fußweg.

Das Höhlensystem wurde im Jahr 1818 entdeckt und bereits ein Jahr später für den Tourismus freigegeben. Die erste Generation der Höhlenbahn folgte später: 1872 fuhren hier noch Draisinen, später dann Bahnen mit Dieselloks (siehe oben) - die jetztige Bahn ist nun schon die 3. Generation.

8°C herrschen hier unten im Höhlen-Labyrinth im Winter wie im Sommer (aber vielleicht wird hier der Windchill bei der Bahnfahrt mit gerechnet?). Erst nach 1880 wurde die Höhle mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet, davor musste man die seinerzeit wohl unendlich wirkenden Gewölbe im Schein von Fackeln durchqueren ...

Man geht über die sogenannte "Russische Brücke", die von Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg gebaut wurde und zum "neuen" Teil der Höhle führt, die erst gegen 1926 eingerichtet wurde.

Danach folgen geheimnisvolle Gewölbe und Hallen voller atemberaubender Stalagmiten und Stalagtiten, die Hallen tragen Namen wie "Spaghettisaal", "weißer Saal", "roter Saal" usw., je nachdem welche Art von Tropfsteinen gerade vorherrscht, die hier wirklich von erstaunlicher Vielfalt und Schönheit sind.

Ein Becken mit 5 Grottenolmen ("Menschenfisch" auf slowenisch, da er so alt wird wie ein Mensch). Diese Tiere müssen hier im Lichtschein eine 2-Monatsschicht überstehen, bis sie wieder in den dunklen Fluss in den Tiefen der Höhle zurück dürfen und "Kollegen" die nächste Schicht übernehmen ...

Der "Konzertsaal", die größte Halle der Höhle, sie ist 40 m hoch und hat eine Fläche von ca. 3.000 qm und vor allem eines: Eine fantastische Akustik mit einem Echo von 6 Sekunden ... Direkt hinter dem Konzertsaal liegt die neue Bahnstation, von hier aus geht es in rasender Fahrt wieder mehr als 2 km weit zum Ausgang - die "Höhle von Postojna" muss man einfach erlebt haben.